Keine Angst vor hohen Staatsschulden

Keine Angst vor hohen Staatsschulden


Sind hohe Staatsschulden ein K.O.-Kriterium für steigende Aktienmärkte?

Durch die Börsenlandschaft geistern bekanntlich viele Märchen. Eines davon ist jenes, dass hohe Staatsdefizite eine Gefahr für die Börsen seien.

 

Der häufigste Denkfehler: 

 

Staatsschulden werden mit privaten Schulden gleichgesetzt!

Die allgemeine Auffassung ist, dass der Staat seine Schulden irgendwann zurückzahlen muss. Aber ist das so? Schauen wir uns das Thema erst einmal von einer anderen Seite an:

 

Schulden vs. Investitionen

 

Angenommen du bist ein Unternehmer und planst eine große Investition, die dir p.a. 5 % Rendite bringt. Vereinfacht setzen wir voraus, dass die Rendite in diesem Fall sicher ist. Das Projekt finanzierst du zu Teilen mit Fremdkapital mit einem Sollzins von nur p.a. 2 %.

 

Das ist ein guter Deal!

 

Kommen wir zurück zum Staat. Auch der Staat tätigt Investitionen in sein Land und in Wachstum. Geht der Deal auf, sind Staatsschulden also per se nicht schlecht.

Übersteigt der Nutzen der Investitionen des Staates die Kosten der Finanzierung, sind Staatsschulden sogar gut! 

Oder mit anderen Worten: Eine steigende Verschuldung kann den Aktienmarkt entgegen der allgemeinen Auffassung unterstützen - wenn die Schulden von volkswirtschaftlichem Nutzen sind!

 

Ein nachlaufender Indikator

 

Die Aufnahme neuer Schulden verläuft dabei meist ohnehin zyklisch. In wirtschaftlich guten Zeiten wird die Neuverschuldung zurückgefahren. In Krisen wird dann wieder stärker in die Tasche gegriffen, um diese abzumildern oder das Wachstum anzuschieben.

Das ist jedoch ein RE-AGIEREN auf bereits geschehene Ereignisse. Die Vergangenheit zeigt, dass die Neuverschuldung insbesondere gegen Ende eines Abschwungs bzw. in der jungen Phase eines neuen Bullenmarktes am Höchsten ist. Wohingegen die nächste Krise oft nicht mehr weit entfernt liegt, wenn der Staat „die schwarze Null“ feiert. 

Die beste Zeit am Aktienmarkt zu investieren war tatsächlich häufig dann, wenn sich die Menschen über Staatsschulden Sorgen machen. So paradox dies auch klingt :-)

 

Der Schuldendienst

 

Es macht ohnehin wenig Sinn allein auf die Staatsverschuldung zu schauen. Entscheidend ist der Schuldendienst des Staates. Sind die Schulden bezahlbar? 

Die Zinszahlungen des Staates sind heute (trotz hoher Verschuldung) geringer als in den 1980er und 1990er Jahren. Der Deutsche Staat kann sich heute sogar je nach Laufzeit mit negativen Zinsen finanzieren!

In den 1980er und 1990er Jahren sahen wir an den Börsen übrigens einen der längsten und kräftigsten Bullenmärkte aller Zeiten! Die Börsen zeigten sich von hohen Schulden also absolut unbeeindruckt.

 

Die Spielregeln

 

Das Problem wären stark steigende Zinsen, so dass der Schuldendienst des Staates zu teuer wird. 

Doch sollten wir nicht vergessen, dass der Staat (im Gegensatz zu uns) seine finanziellen Spielregeln durch seinen Einfluss auf die Notenbanken selber schreibt! 

Auch die Niedrigzinsen sind ja kein zufälliges Phänomen, sondern so gewollt. Und der Staat hat noch so einige andere Möglichkeiten in der Hinterhand, wovon eine nachhaltige Rückzahlung der Schulden wahrscheinlich weit hinten auf der Liste steht.

Entscheidend ist, dass der Staat das Vertrauen der Menschen und Investoren nicht verspielt. Erst dann wird es brenzlig.

Bis dahin mache ich mir als Aktionär hinsichtlich der Staatsdefizite keine großen Sorgen!

 

Liebe Grüße,

dein Michael von geckofolio


ÜBER

Autor

Michael Jansen

Ich habe geckofolio ins Leben gerufen, um Menschen mit einem hohen Maß an Transparenz und Unabhängigkeit bei ihrem Vermögensaufbau zu unterstützen. Unter dem Motto 'Geldanlage wird endlich einfach' gebe ich mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung an dich weiter.

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